Eisenbahn

Strassenbahnen in Deutschland

Viele Städte in Deutschland haben eine Straßenbahn. Das Straßenbahnnetz in Ulm ist recht klein. In den 1990ern gab es nur die Linie 1 von Söflingen am Bahnhof vorbei zu Donauhalle, etwas mehr als 5 km lang. Seither wurde die Linie verlängert und eine zweite in Betrieb gesetzt. Die Straßenbahn in Ulm hat eine Spurweite von 1 m. Hier kommt Gelenktriebwagen 12 des Typs GT4 an der Haltestelle Hauptbahnhof an. Diese Triebwagen wurden 1959 bis 1968 von der Maschinenfabrik Esslingen an die Straßenbahn Stuttgart geliefert und dann 1986 an die Straßenbahn Ulm verkauft. [Mai 1992].
In Stuttgart wurde die schmalspurige Straßenbahn schrittweise auf die normalspurige Stadtbahn umgebaut. Mit vielen Tunnels wurde sie dadurch schneller und wird auch mit dem Buchstaben U bezeichnet. Mit hohen Bahnsteigen hatten die neuen Fahrzeuge einen ebenen Einstieg. Hier ist ein Zug der U14 in Bad Canstatt unterwegs. [Mai 1992].
In der Nähe grösserer Städte hat sich für den Regionalverkehr das Karlsruher Modell bewährt: elektrische Triebwagen fahren in der Stadt auf dem Straßenbahnnetz durch die Straßen und benutzen Eisenbahnstrecken auf dem Land. In Karlsruhe werden Zweisystem-Triebwagen benutzt, die in der Stadt mit Gleichstrom gespeist werden, auf den Eisenbahnstrecken mit Wechselstrom fahren. Die Stadtbahn Heilbronn wurde 2001 eröffnet und verbindet auch Karlsruhe mit Heilbronn über die Kraichgaubahn. Hier kommt ein Stadtbahnzug beim Bahnhof Heilbronn an. [Jul 2005].
Ab 2011 erhielt die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft, die die Stadtbahn Karlsruhe-Heilbronn bedient, die neuen ET2010 Triebwagen von Bombardier. Mit einer Bodenhöhe von 55 cm erlauben sie barrierefreien Einstieg. Hier kommt einer der Züge beim Bahnhof Heilbronn an.

Auf meiner Seite über die Eisenbahn in Deutschland hat es mehr Fotos der Stadtbahn Heilbronn. [Mai 2025].

Würzburg hat ein Straßenbahnnetz von 19,7 km. Die Spurweite beträgt 1 m und die elektrische Spannung 750 V Gleichstrom. Die meisten Fahrten werden von diesen Triebwagen GT-N erbracht, welche ab 1996 von Linke-Hoffmann-Busch geliefert wurden. Hier ist so eine Straßenbahn beim Hauptbahnhof. [Mai 2025].
Wie in vielen anderen Städten der DDR waren auch in Dresden viele Tatra T4D unterwegs. Sie wurden vom tschechoslowakischen Hersteller CKD Tatra von 1967 bis 1980 geliefert. Nach der Wende waren sie noch bis 2010 im regulären Dienst und bis 2023 als Reserve zu sehen. Links sieht man das Nachfolgemodell Tatra T6A2, welches nicht ganz so erfolgreich war und ab 1985 geliefert wurde. [Okt 1991].
Die Tatras waren als robust bekannt und im ganzen Ostblock unterwegs. In Dresden waren sie überall anzutreffen, auch noch jahrelang nachdem Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde. Die Straßenbahn in Dresden hat eine etwas ungewöhnliche Spurweite von 1450 mm und eine Oberleitung mit 600V Gleichstrom. [Okt 1991].
Der Fahrleitungsinspektionswagen wurde 1976 aus einer Tatra T4D umgebaut. Hier überquert er die Augustusbrücke in Dresden. [Okt 1991].
Nachdem die östlichen Bundesländer 1990 auch Teil der Bundesrepublik wurden, bekamen die Erfurter Verkehrsbetriebe (EVAG) 1994 die ersten Niederflurwagen in Form der MGT6D (Meterspur-Gelenk-Triebwagen mit sechs Radsätzen und Drehstromantrieb) von DUEWAG. Die meisten davon sind Einrichtungswagen MGT6DE (ab 1996 geliefert). Das hier ist aber ein Zweirichtungswagen MGT6DZ, welcher hier am Anger hält. [Mai 2025].
Ab dem Jahr 2000 erhielt die EVAG Combino-Straßenbahnen, welche von DUEWAG entwickelt wurden. Ab 2002 wurde dann DUEWAG voll in die Firma Siemens integriert, und damit auch die Herstellung der Combino-Triebwagen. Die zweite Serie von 41 Fahrzeugen des Combino Advanced wurden von 2002 bis 2005 geliefert. Ein Combino dieser Serie fährt mit einem Fahrzeug der dritten Serie, Combino Classic, welche 2011 und 2012 in Dienst gestellt wurden, in die Haltestelle Orionstraße ein. [Mai 2025].
Die Straßenbahn in Erfurt hat eine Spurweite von 1 m und eine Oberleitungsstromspannung von 750 V Gleichstrom. Mit 6 Linien auf einer Streckenlänge von 45 km ist sie das Rückgrat des Stadtverkehrs in Erfurt. Zwei Combino-Triebwagen kommen zusammen am Anger an. [Mai 2025].
Die Straßenbahn geht auch unter dem Hauptbahnhof Erfurt hindurch und verknüpft hier den Stadtverkehr mit dem Regionalverkehr und Fernverkehr. Wieder sind hier Combinos unterwegs - vorne ein fünfteiliger Wagen, dahinter ein dreiteiliger Wagen. [Mai 2025].
Mitten durch Erfurt fließt die Gera. Da sie öfters überflutete, wurde 1890 bis 1898 ein Flutgraben konstruiert, der die Wassermengen bei Hochwasser an der Innenstadt vorbeiführen kann, aber auch sonst einen Teil des Wassers der Gera führt. Beim Hauptbahnhof fährt eine Combino-Straßenbahn über den Flutgraben, der von Bäumen eingesäumt ist. [Mai 2025].
Ab 2021 wurden dann Straßenbahnen des Typs Tramlink von Stadler Rail geliefert. Die Fahrzeuge in Erfurt sind Einrichtungswagen. Ein Stadler Tramlink fährt hier zwischen dem Domplatz und dem Anger durch die Altstadt von Erfurt. [Mai 2025].
Am Anger treffen sich alle Straßenbahnlinien von Erfurt. Die Stadler Tramlink sind die größten Fahrzeuge der Straßenbahn Erfurt. Mit den Typen Combino und Tramlink in der Flotte hat die Straßenbahn Erfurt etwas mit dem Tram Bern gemeinsam. [Mai 2025].
Die Straßenbahn Erfurt hat auch Anschluß an den Flughafen Erfurt. Hier fliegen aber vor Allem Touristenflüge an die Sonne, weniger normaler Flugverkehr. Ein Tramlink-Fahrzeug hat die Haltestelle Airport hinter sich gelassen und fährt nach Erfurt. [Jun 2025].
Die Tramlink Fahrzeuge wurden in Valencia hergestellt und dann in Berlin-Pankow fertig ausgerüstet. Sie sind nun ein wichtiger Teil des Nahverkehrs in Erfurt. [Jun 2025].